Die Montagsfrage: Gibt es Bücher, bei denen sich eure Meinung über sie beim Nochmals-Lesen vollkommen geändert hat?

7.6.21

Hallo liebe Buchliebhaber! Wo ist nur die Zeit geblieben. Es kommt mir vor, als hätte ich erst gestern meine erste Montagsfrage beantwortet, dabei liegt diese bereits eine ganze Woche zurück. Auf meiner Arbeit (ich sitze direkt an der Bücherquelle: in einer Buchhandlung) stecken wir bereits im leichten Schulbuch-Stress. Fast im Minutentakt flattern die Schulbuchlisten bei uns ein, die auch schnell im System eingegeben werden wollen, damit jeder noch rechtzeitig seine Schulbücher für das kommende Schuljahr erhält. Es gibt nichts ärgerlicheres, als wenn in der Schulbuchsaison, wochenlang keine Bücher lieferbar sind. So schön stressig diese Saison auch ist und in gewisser Weise macht dieser Stress auch Spaß, bin ich auch froh, wenn Kunden belletristische Titel kaufen, die in den kommenden Wochen, inzwischen all den Schulbüchern, fast schon exotisch erscheinen.

Gibt es Bücher, bei denen sich eure Meinung über sie beim Nochmals-Lesen vollkommen geändert hat?

Bisher habe ich in all den Jahren nur drei Bücher zwei oder mehrmals gelesen. Darunter der altbekannte Harry Potter, den ich bereits unzählige Male gelesen habe. Aber gibt es da auch noch Die Geheimnisse des Nicholas Flamel - Der unsterbliche Alchemyst von Michael Scott und Skulduggery Pleasant - Der Gentleman mit der Feuerhand von Derek Landy.

Die Harry Potter-Bücher sind für mich reine Wohlfühlbücher, ich schmökere gerne in den Geschichten um Harry, Ron und Hermine und wenn sich eine Leseflaute bei mir anschleicht, greife ich zu dem altbekannten, denn bisher haben mich die Harry Potter-Bücher mit ihrer Geschichte und den liebgewonnen Charakteren, mich nicht enttäuschen können.

Skulldugger Pleasant - Der Gentleman mit der Feuerhand, habe ich vor vielen Jahren von einem Schulfreund ausgeliehen bekommen und habe damals die ersten vier Bände gelesen. Danach habe ich die Reihe um den Skelett-Detektiv und Walküre Unruh aus den Augen verloren. Erst vor kurzem habe ich mir die Reihe soweit vervollständigt (der 8. Band fehlt mir leider noch als Hardcover - dass die Bücher heute so schnell vergriffen sind, ist traurig) und werde bald die Reihe weiterlesen.

Die Geheimnisse des Nicholas Flamel - Der unsterbliche Alchemyst, habe ich 2008 oder 2009 im Urlaub gelesen. Ich war zu der Zeit kein großer Leser, aber da ich Nicholas Flamel aus den Harry Potter-Filmen kannte, sprang mir dieses Buch in die Augen und es zog mich gleich in seinen Bann. Innerhalb einer Woche hatte ich das Buch fertig gelesen und sah in der zweiten Urlaubswoche dumm aus der Wäsche, da ich keine weiteren Bücher dabei hatte. Sozusagen hat mich dieses Buch, neben Harry Potter, der ja schuld daran ist, dass ich mir dieses Buch hier gekauft habe, zum Vielleser gemacht. Aber auch diese grandiose Reihe habe ich dann aus den Augen verloren und vor ein paar Jahren wiederentdeckt. Momentan lese ich den fünften Band Der schwarze Hexenmeister und bin ganz gespannt auf das Finale.

Wenn ich mir diese Bücher Revue passieren lassen, muss ich sagen, dass sich meine Meinung über diese Bücher nicht geändert hat. Ich finde, es sind alles tolle Bücher, und ich empfehle diese gerne weiter. Da ich Bücher rein der Unterhaltung halber lese, interessiert mich die zwischen den Zeilen oder später angemerkte Information des Autors nicht. Egal ob ein Charakter durch den Autor nach einer Reihe nachträglich als homosexuell dargestellt wird oder sich die Hautfarbe eines liebgewonnenen Charakters ändert. Ich lese diese Anmerkungen aber ich selber entscheide, ob ich das Bild, welches ich beim Lesen der Geschichte hatte, durch die zusätzlichen Informationen verändere oder sie bei meiner Fantasie belasse.

Ich lasse mir den Spaß an Büchern und deren Geschichten nicht durch eine, durch die sozialen Netzwerke, aufgebauschte politisch angehauchte Diskussion zunichte machen. Jeder sieht gewisse Sachen anders an Büchern und deren Charakteren, aber ich für meinen Teil halte mich an die Bücher und das, was der Autor darin festgehalten hat. Alles andere, nachträgliche, ist interessant zu erfahren, aber wenn es wirklich wichtig gewesen wäre, stünde es ja im Buch.

Wie sieht es bei euch aus? Har sich eure Meinung zu Büchern, nach dem Nochmals-Lesen geändert?

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2 Kommentare

  1. Moin! Moin!

    Mir geht es da wohl ähnlich wie Dir: Ich scheine auch die s.g. brisanten Stellen einfach zu überlesen. So wird z. Bsp. Agatha Christie vorgeworfen, sie würde in ihren Romanen eine antisemitische Haltung einnehmen. Ich bin dann immer ganz erschrocken, wenn ich in Rezensionen darüber lese: Dabei habe ich dasselbe Buch gelesen und habe es in dieser Tragweite nicht empfunden. Ich sehe den Roman in seinem historischen Kontext und achte vielmehr darauf, welcher Handlungsperson Christie welche Haltung zuschreibt. Ich hatte immer den Eindruck, dass sie im Rahmen ihrer damaligen Möglichkeiten der Gesellschaft einen Spiegel vorhält.

    Viele Grüße
    Andreas

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    1. Hallo Andreas,

      ich habe in Agatha Christies Romanen auch keine antisemitische Haltungen erkennen können. Ich denke, viele Leser interpretieren viel zu viel in einen Text und lesen zu sehr zwischen den Zeilen, als dass sie das Offensichtliche - das gedruckte Wort - auch als das hinnehmen sollten. Zumal auch der Autor nicht immer mit dem Erzähler im Roman einhergeht. Das sind zwei unterschiedliche Personen. Ich denke, das vergessen viele Leser.

      Viele Grüße
      Nico

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